In Herne geht es Schlag auf Schlag: Die Stadt Herne hat einen wichtigen Erfolg auf dem Weg zur erfolgreichen Beantragung der Fördermittel eingefahren: Die Projektplanung für eine Revitalisierung und Entwicklung des FunkenbergQuartiers Ost hat eine Drei-Sterne-Bewertung erhalten und erfüllt damit alle formalen Voraussetzungen für eine kurzfristige Einreichung des Förderantrag.
Damit hat das Projektvorhaben eine weitere, wichtige Hürde auf dem Weg um Strukturfördermittel von Bund und Land aus dem 5-StandorteProgramm zu bekommen, genommen: „Mit dieser Entscheidung kommen wir unserem erklärten Ziel, Fördermittel in mittlerer zweistelliger Höhe für die Entwicklung des östlichen Teils des FunkenbergQuartiers einzuwerben, einen großen Schritt näher“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.
Um den vom Kohleausstieg besonders betroffenen Kommunen Perspektiven im Strukturwandel zu eröffnen, unterstützt die Bundesregierung in Nordrhein-Westfalen fünf Standorte von Steinkohlekraftwerken bis 2038 mit bis zu 662 Millionen Euro. Herne ist einer der Standorte. Weitere Standorte sind die Städte Gelsenkirchen, Duisburg und Hamm sowie der Kreis Unna. Die Umsetzung des Programms erfolgt durch das Land NRW.
Aus Sicht der Herner Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne Business erläutert Dr. Svenja Rebsch den Stellenwert der Drei-Sterne-Bewertung: „Mit diesem Votum geht die Feststellung einher, dass das Projekt in der vorliegenden Form alle formellen Voraussetzungen für eine Beantragung von Fördermitteln erfüllt.“ Im Gegensatz zu anderen Projekten habe bei diesem Vorhaben nicht nachgearbeitet werden müssen.
„Dieser Erfolg freut uns sehr, weil sich damit zeigt, dass unsere Ideen und Planungen exakt auf der Linie dessen liegen, was aus Sicht des Fördermittelgebers von einem solchen Transformationsprojekt erwartet wird und im Sinne einer zukunftsweisenden Wirtschafts- und Stadtentwicklung Sinn ergibt. Im Hinblick auf die kommende Beantragung der Fördermittel ist das ein sehr gute Nachricht“, so Ronald Graf, Geschäftsführer der Funkenbergquartier-Entwicklungsgesellschaft Herne (FEG).
Für die Stadt Herne stellte Oberbürgermeister Frank Dudda nochmals heraus, dass man beim 5-StandorteProgramm mit mehreren Projekten parallel an den Start gehe, die aber gezielt auf einander abgestimmt seien: „Wir entwickeln mit ChemINa, einem Spitzen-Cluster der Chemieforschung in Deutschland, und dem Transformationszentrum für Georessourcen und Ökologie (TGÖ) gezielt des Hochschul- und Wissenschaftsstandort Herne weiter. Hier fügt sich die Entwicklung des FunkenbergQuartiers nahtlos ein, zumal wir in absehbarer Zeit auch weitere Details zur geplanten Wohnbebauung auf dem Areal werden berichten können.“
Aber auch bei der Polizeihochschule geht es ständig voran: Am kommenden Montag findet schon das Richtfest statt.
Die HSPV NRW ist mit ihren neun Studienorten die größte Verwaltungshochschule Europas. Mehr als 14.000 Studierende absolvieren hier in sechs Studiengängen den theoretischen Teil ihres dualen Bachelorstudiums in der kommunalen und staatlichen Verwaltung, bei der Rentenversicherung sowie bei der Polizei. Am neuen Zentralcampus Herne werden die bisherigen Studienorte Herne, Gelsenkirchen, Dortmund und Hagen sowie die Zentralverwaltung der Hochschule ihren neuen Standort finden.
Zum Richtfest mit den traditionellen Nagelschlägen sowie einer Richtkranzerhöhung werden zusammen mit den Bauherren der Firma Hochtief NRW-Innenminister Herbert Reul, der Arnsberger Regierungspräsidenten Heinrich Böckelühr und der Herner Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda erwartet. Auch das Präsidium der HSPV NRW um Präsident Martin Bornträger wird dem Festakt beiwohnen.
Der Hochlauf des neuen Omni-Channel-Hub von Thalia im westfälischen Marl erreicht planmäßig die nächste Projektphase: Am Dienstag, den 24. Februar 2026, machte sich die erste Lieferung aus dem manuellen Versand des neuen Zentrallagers des Hagener Buchhandelsunternehmens auf die Reise – eine Bücherwanne gefüllt mit Spielwaren und Kinderbüchern. Ihr Ziel: eine Thalia Buchhandlung in Düsseldorf. Mit dem Omni-Channel-Hub realisiert Thalia in Marl einen Innovationsstandort mit integrierten Fulfillment-Leistungen und schafft damit die Basis, um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens weiter auszubauen. Anfang Oktober soll der Hub offiziell eröffnet werden.
Ingo Kretzschmar, Vorsitzender der Thalia Geschäftsführung, sagt: „Mit dem Versand des ersten Pakets haben wir einen weiteren, bedeutenden Meilenstein für die Zukunft der Logistik im Buchhandel erreicht. Der neue Omni-Channel-Hub wird künftig eine zentrale Rolle dabei spielen, unsere Kundinnen und Kunden sowie unsere Buchhandlungen noch schneller, zuverlässiger und flexibler zu versorgen. Damit stärken wir nachhaltig die Verbindung von stationärem Buchhandel und Onlinegeschäft.“
Von Marl aus wird Thalia künftig nicht nur Bestellungen der Buchhandlungen und Spielwarenfachgeschäfte im Netzwerk bedienen, sondern auch Endkunden beliefern.
Marls Bürgermeister Thomas Terhorst begrüßt die nächste Etappe des Projekts: „Mit dem Start der ersten Auslieferungen aus dem neuen Omni-Channel-Hub erreicht das Vorhaben einen wichtigen Meilenstein. Die zügige Entwicklung des Standorts unterstreicht seine hohe Dynamik. Thalia investiert hier gezielt in moderne Distributionsstrukturen und setzt damit zugleich ein starkes Signal für die wirtschaftliche Zukunft unserer Stadt. Der neue Hubschafft qualifizierte Arbeitsplätze und stärkt Marl nachhaltig als leistungsfähigen Wirtschaftsstandort in der Region.“
Thalia wird an seinem rund 56.000 Quadratmeter großen Standort in Marl in mehreren Entwicklungsstufen eine Vielzahl unterschiedlicher Nutzungen und Prozesse realisieren und damit ein klares Zeichen für die Zukunft des Omni-Channel-Geschäfts im Buchhandel setzen. Dank des zügigen Baufortschritts konnte das Unternehmen, noch vor der offiziellen Inbetriebnahme, bereits im Oktober 2025 mit dem Innenausbau, der Montage der Intralogistik sowie dem schrittweisen Bezug der Büroflächen beginnen. Der Standort vereint mehrere Hallenbereiche, ein mehrgeschossiges Bürogebäude, ein Parkhaus mit rund 500 Stellplätzen sowie 200 überdachte Fahrradstellplätze. Die Investitionssumme beträgt rund 100 Millionen Euro.
Thalia ist marktführender Omni-Channel-Buchhändler in der DACH-Region mit rund 7.000 Mitarbeitenden. In einem Netzwerk aus aktuell 418 eigenen Buchhandlungen in Deutschland und Österreich, Onlineshops und eigener App können Kundinnen und Kunden rund um die Uhr einkaufen.
Der Omni-Channel-Buchhändler setzt auf Digitalisierung und auf Begegnungen vor Ort. Deshalb sind Thalia sowie Thalia Mayersche Buchhandlungen Erlebnisorte und Treffpunkte für Jung und Alt.
Mit ihren Angeboten beleben sie die Einkaufsstraßen in den Innenstädten. Das Unternehmen engagiert sich zudem auf vielfältige Weise für gesellschaftliche Werte wie Bildung und Nachhaltigkeit. Besonders am Herzen liegt Thalia dabei die (Lese-)Förderung von Kindern und Jugendlichen. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete Thalia − inkl. Aller Partnerunternehmen – einen Umsatz von 2,2 Mrd. Euro.
Hohe Einkünfte bedeuten für Ärzte nicht nur finanzielle Freiheit, sondern auch eine dauerhaft hohe steuerliche Belastung. Während sich viele klassische Optimierungsmodelle in den vergangenen Jahren abgenutzt haben, rückt Anfang 2026 ein Ansatz wieder stärker in den Vordergrund, der lange als bekannt galt, nun aber unter veränderten Rahmenbedingungen neu bewertet werden muss: Investitionen in Photovoltaik.
Mit stabilisierten Strompreisen, klareren regulatorischen Leitplanken und einer wachsenden Planbarkeit der Erträge hat sich Photovoltaik von einem politisch getriebenen Fördermodell zu einer etablierten Infrastrukturinvestition entwickelt. Genau diese Entwicklung macht Solarprojekte aktuell besonders interessant für Mediziner mit hohem Grenzsteuersatz und dem Wunsch nach strukturiertem Vermögensaufbau.
Warum herkömmliche Steuermodelle an Wirkung verlieren
Über Jahre hinweg setzten viele Gutverdiener auf Fondsstrukturen, Versicherungslösungen oder rein steuerlich motivierte Konstruktionen. Der Effekt: kurzfristige Entlastung, aber häufig ohne nachhaltigen Vermögenszuwachs. Hinzu kommen regulatorische Verschärfungen, steigende Kosten und ein wachsendes Misstrauen gegenüber intransparenten Modellen.
Gerade Ärzte, deren Einkommen langfristig planbar ist, hinterfragen zunehmend, ob es sinnvoll ist, Steuerersparnisse losgelöst von realer Wertschöpfung zu erzielen. Der Wunsch nach Substanz, Übersichtlichkeit und langfristiger Perspektive gewinnt an Gewicht. Photovoltaik bietet hier einen Ansatz, der wirtschaftliche Logik und steuerliche Effekte miteinander verbindet.
Steuerliche Wirkung mit realem Fundament
Solarinvestitionen entfalten ihre steuerliche Attraktivität vor allem durch Abschreibungen auf die Anschaffungskosten. Ergänzt wird dieser Effekt durch Sonderabschreibungen und den Investitionsabzugsbetrag, der bereits vor Umsetzung steuerliche Entlastung ermöglichen kann. In den Anfangsjahren entstehen dadurch häufig negative Einkünfte, die mit laufenden ärztlichen Gewinnen verrechnet werden können.
Gerade bei hohen persönlichen Steuersätzen wirkt dieser Mechanismus besonders stark. Wichtig ist jedoch eine realistische Einordnung: Photovoltaik ist kein Steuerspartrick, sondern ein wirtschaftliches Investment, dessen steuerliche Effekte sich aus der Struktur ergeben – nicht umgekehrt.
Planbare Erträge statt operativer Belastung
Ein zentraler Vorteil von Photovoltaik liegt in der Berechenbarkeit. Stromproduktion, Einspeisung und Vermarktung folgen klaren technischen und wirtschaftlichen Parametern. Moderne Anlagen, professionell geplant und betrieben, weisen überschaubare Risiken auf. Im Vergleich zu Immobilien entfallen Themen wie Mieterfluktuation, Instandhaltungsaufwand oder laufende Verwaltungsentscheidungen.
Für Ärzte ist das entscheidend: Der Zeitaufwand bleibt minimal, das Investment funktioniert unabhängig vom beruflichen Alltag. Professionelle Betreiberstrukturen sorgen dafür, dass Anleger Investoren bleiben – ohne operative Verantwortung oder tägliche Entscheidungen.
Warum Solar besonders gut zur ärztlichen Einkommensstruktur passt
Mediziner denken häufig langfristig: Altersvorsorge, Vermögenssicherung und steuerliche Planbarkeit stehen im Vordergrund. Photovoltaik fügt sich genau in dieses Denken ein. Die Investition ist langfristig ausgelegt, liefert kalkulierbare Cashflows und basiert auf physischer Infrastruktur statt abstrakten Finanzprodukten.
Zusätzlich eröffnet sich für Eigentümer von Immobilien oder geeigneten Flächen eine sinnvolle Ergänzung bestehender Vermögenswerte. Die Anlage schafft eine neue Ertragsebene, ohne bestehende Strukturen zu belasten.
Fehleinschätzungen vermeiden, Chancen realistisch nutzen
Ein häufiger Fehler besteht darin, Solarprojekte ausschließlich unter steuerlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Wirtschaftlichkeit, technische Qualität und klare Vertragsstrukturen sind entscheidend für den langfristigen Erfolg. Unrealistische Renditeversprechen, unklare Haftungsfragen oder versteckte Kosten sollten kritisch geprüft werden.
Richtig konzipiert kann Photovoltaik 2026 jedoch genau das bieten, was viele Ärzte suchen: eine Kombination aus steuerlicher Entlastung, planbaren Erträgen und realer Wertschöpfung – eingebettet in eine Anlageklasse, die inzwischen erwachsen geworden ist.
Über Olaf Zeh und Philipp Zeh:
Olaf Zeh und Philipp Zeh sind die Geschäftsführer der Ärzteversorger GmbH, einem Tochterunternehmen der FW Faire Werte eG. Gemeinsam unterstützen sie niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und Apotheker in enger Zusammenarbeit mit deren Steuerberatern dabei, durch gezielte Photovoltaik-Investitionen steuerlich optimiertes Vermögen aufzubauen. Mehr Informationen unter: www.dieaerzteversorger.de
Die Saarstahl Aktiengesellschaft hat den niederländischen Langstahlhersteller FNsteel B.V übernommen. Das Unternehmen mit Sitz in Alblasserdam verfügt über eine der modernsten Weiterverarbeitungen Europas. Es hat sich vor allem auf die Herstellung von hochwertigen Kaltstauchstählen für Kunden aus der Automobil- und Bauindustrie spezialisiert. Mit der Übernahme stärkt die Saarstahl-Gruppe ihre Marktposition im Bereich Kaltstauchstahl.
Kaltsstauchstahl ist ein hochwertiger Stahl, der speziell für die Kaltumformung entwickelt wurde. Dieses so genannte Kaltstauchverfahren ermöglicht die wirtschaftliche Herstellung von Präzisionsteilen, die höchsten Belastungen standhalten. Kaltstauchstähle zeichnen sich durch besonders hohe Reinheit und Umformbarkeit, Zähigkeit sowie eine zuverlässige Festigkeit aus. Der Schwerpunkt Kaltstauchstahl passt optimal zum Portfolio der Saarstahl-Gruppe. Sie verfügt über jahrelanges Knowhow in der Herstellung und Weiterverarbeitung dieser Spezialstähle.
Neue Chancen für beide Parteien
„FNsteel verfügt über moderne Anlagen, eine sehr gute Produktqualität und eine etablierte Marktposition. Das passt hervorragend zu uns und trägt dazu bei, unsere Position im Bereich Kaltstauchstahl zu festigen“, erklärt Stefan Rauber, Vorsitzender des Vorstands von Saarstahl. „Die Integration von FNsteel steht im Einklang mit unserer Strategie, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen und damit zugleich den Industriestandort Saarland und Deutschland zu stärken.“
Jonathan Weber, Vorstand Transformation bei Saarstahl, ergänzt: „Diese Akquisition stärkt und ergänzt das Knowhow und die Produktions- und Innovationskapazitäten beider Unternehmen nachhaltig und öffnet neue Wege für weiteres Wachstum. Unser Ziel ist es, das neue Werk zügig und effektiv in unsere Unternehmensgruppe zu integrieren – ganz im Sinne unserer Strategie und des laufenden Transformationsprozesses.“
Matthijs van der Schoot, CEO, und Bert Sterrenburg, CFO von FNsteel unterstreichen: „Teil eines führenden Unternehmens im Bereich Langstahlprodukte zu werden, eröffnet FNsteel starke neue Chancen. Dieser Schritt ermöglicht es uns, unser Geschäft nachhaltig weiterzuentwickeln und das volle Potenzial von FNsteel auszuschöpfen. Wir freuen uns, Teil der Saarstahl-Familie zu werden. Dank dieser soliden Grundlage sind wir überzeugt, dass wir unser Angebot und unseren Service für unsere Kunden weiter verbessern können – basierend auf der Stärke zweier leistungsstarker Marken und mehr als 85 Jahren Erfahrung bei der Lieferung hochwertiger Langstahl-Produkte.“
Zunehmendes Online-Shopping in Kombination mit Fast Fashion, also Mode als billiger Massenware, belastet mehr und mehr die Umwelt: Allzu schnell ist Kleidung per Knopfdruck bestellt, obwohl der Kleiderschrank eigentlich noch gut bestückt ist. Das Problem: Der Textilsektor ist nicht nur einer der weltweit größten Wirtschaftszweige, sondern verantwortlich für jährlich fast 92 Millionen Tonnen Abfall, enorme Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase (THG) und massiven Rohstoffverbrauch. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat eine kundenorientierte Strategie der Kleidungsproduktion gefördert – umweltfreundlicher, regional und genau passend.
Projekt „Eco-Shoring“: Paradigmenwechsel in der Modeindustrie
Einer McKinsey-Studie zufolge trägt die globale Modeindustrie durch den Ausstoß von jährlich rund zwei Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen beträchtlich zum Klimawandel bei. Die Ursachen liegen innerhalb der weltweiten Lieferketten: Anbau und Gewinnung von Rohstoffen, Verarbeitung, Transport, Handel und Nutzung. „Die Textilbranche hat einen enormen Hebel für den Klimaschutz“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Zudem erhöhen ihm zufolge Digitalisierungs- und Automatisierungstechniken Produktivität und Kosteneffizienz und sie eröffnen Chancen für mehr Nachhaltigkeit. Die Firma Assyst (Aschheim, Bayern) und die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) (Denkendorf, Baden-Württemberg) zeigen mit „Eco-Shoring“, also dem ökologischen Ausgliedern von Aufgaben, einen möglichen Paradigmenwechsel in der Modeindustrie.
Online-Handel: mehr als 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt
Die Idee: Statt Kleidung in fernen Ländern in großen Mengen zu produzieren, setzt das Konsortium auf regionale Produktion nach Bedarf – also nur das, was wirklich gebraucht wird. Dabei helfen digitale Technologien, mit denen Kleidungsstücke am Computer geplant und auf Maß gefertigt werden können. In einem vorgeschalteten Vorhaben entwickelte die Firma Human Solutions mit dem Projektkonsortium einen vollständig digitalen Vertriebsprozess zwischen Herstellung, Handel und Kundschaft. DBU-Fachreferent Dr. Michael Schwake: „Im Online-Shop kann ein digitales dreidimensionales Abbild des eigenen Körpers, ein sogenannter Avatar, erstellt und die Kleidung virtuell anprobiert werden.“ Zugleich werden der Kundschaft die Auswirkungen verschiedener Kaufentscheidungen transparent gemacht: Ökobilanzierung, Quantifizierung und Visualisierung der Umweltentlastungseffekte werden im Gesamtprozess des Onlinehandels dargestellt.
Zum Hintergrund:
In Deutschland hatte 2024 der Online-Handel bei Bekleidung und Accessoires laut Handelsverband Deutschland (HDE) mehr als 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt dieser Branche. „Die passende Bestellung dank virtueller Kleideranprobe verringert die Retourenquote und schont deshalb Ressourcen und Umwelt“, so Schwake.
Digitale Demonstrator-Plattform: von der Ökobilanzierung bis zur Produktentwicklung
Im Vorhaben Eco-Shoring entwickelten die DITF Simulationsmodelle, die sowohl traditionelle als auch zukunftsorientierte Produktionsszenarien vergleichbar machen – inklusive Recycling und regionaler Fertigung. Projektleiter Dr. Martin Lades von der Firma Assyst: „Damit gewinnen wir Transparenz über Umweltauswirkungen und Ressourceneinsatz. So erkennen wir Hebel für einen nachhaltigeren Lieferprozess.“ Ein weiterer Baustein war die Entwicklung einer Demonstrator-Plattform, die laut Konsortium von der Ökobilanzierung bis zur Produktentwicklung alle wichtigen digitalen Komponenten integriert. Lades: „Die Demonstratoren sind die Brücke zwischen Forschung und Anwendung.“ Die Plattform dient als Werkzeug für Unternehmen, um eigene Nachhaltigkeitsszenarien zu erproben und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Für die stark fragmentierte Modebranche sollten Voraussetzungen für eine voll vernetzte integrierte Kette in einem auf Bedarf produzierenden Netzwerk erarbeitet werden. „Die Plattform unterstützt zudem in der Lieferkette gezielt den Trend, nachhaltige Fertigungsstrukturen durch teilweise Rückverlagerung von Produktionsstätten von Asien zurück nach Europa aufzubauen“, sagt Lades.
Einsparungen von mehr als zwei Millionen Tonnen klimaschädliches CO2
Projektleiter Lades ist sicher, „dass nachhaltige Textilproduktion in Europa nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist“. Das Konsortium rechnet damit, dass durch die Anwendung von Eco-Shoring-Strategien der CO2-Fußabdruck von Bekleidung um bis zu 98 Prozent gegenüber Fast Fashion, also der massenhaften Billigproduktion, gesenkt werden kann – insbesondere durch Ökostrom, weniger Überproduktion und längerer Nutzung von Kleidung. Lades versichert: „Allein bei zehn Prozent Eco Shoring-Produktion für den deutschen Markt könnten jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) eingespart werden.“ Zum Vergleich: 2023 wurden laut Datenportal Statista in Deutschland insgesamt mehr als eine Million Tonnen CO2-äquivalente Treibhausgase bei der Produktion von Textilien, Bekleidung, Leder und Lederwaren ausgestoßen. Zudem sind laut Lades weniger Abfall und kürzere Lieferzeiten Vorteile des neuen Ansatzes. Die Demonstrator-Plattform soll künftig Unternehmen helfen, diese umweltfreundlichen Lösungen in die Praxis zu bringen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt förderte beide Vorhaben mit insgesamt rund 920.000 Euro.
RWE bekommt grünes Licht für die Rheinpipeline. Die Bezirksregierung Arnsberg hat den Rahmenbetriebsplan für Bau und Betrieb einer Rheinwassertransportleitung genehmigt. Damit erhält RWE die rechtliche Grundlage, eine rund 45 Kilometer lange Leitung vom Rhein bei Dormagen zu den Tagebauen Hambach und Garzweiler zu errichten.
Die Trasse gilt als zentrales Infrastrukturprojekt für die Rekultivierung der ehemaligen Braunkohletagebaue im Rheinischen Revier. Durch die Transportleitung soll was vom Rhein abgepumpt werden, das dann den Hambacher See über Jahrzehnte füllt.
Dafür sollen aus dem Rhein bei Dormagen in Abhängigkeit vom Rheinwasserstand nach einem gestaffelten Entnahmekonzept bis zu 18 m³/s Wasser entnommen werden, also bis zu 18.000 Liter pro Sekunde.
Der geplante Hambacher See soll einmal rund 4,3 Milliarden Kubikmeter Wasser fassen. Wo heute noch der Braunkohletagebau Hambach klafft, soll ein riesiger See entstehen – so groß wie fast 5.000 Fußballfelder und über 300 Meter tief – doch die Diskussionen um das Mega-Projekt sind groß.
Baustart schon im März bei Hambach
Nach Angaben des Unternehmens soll der Bau Anfang März im Bereich der ehemaligen Fernbandtrasse („Speedway“) am Tagebau Hambach bei Elsdorf beginnen. Weitere Bauabschnitte sind bei Dormagen sowie am geplanten Verteilbauwerk in Grevenbroich-Allrath vorgesehen; dort sollen die Arbeiten bis zum Sommer anlaufen.
Bereits in den kommenden Tagen starten bauvorbereitende Maßnahmen, darunter der Bau von Baustraßen und die Einrichtung von Baustellenflächen. Dafür sind stellenweise Rodungs- und Rückschnittarbeiten erforderlich. RWE verweist darauf, dass die Maßnahmen im Rahmen der erteilten Genehmigung sowie unter Einhaltung geltender Umwelt- und Sicherheitsstandards erfolgen sollen.
Leitung als Voraussetzung für neue Tagebauseen
Die Rheinwassertransportleitung ist Teil der landesplanerisch abgestimmten Rekultivierungsplanung. Über sie soll künftig Rheinwasser in die Restlöcher der Tagebaue geleitet werden. Ziel ist unter anderem die Entstehung großer Tagebauseen, die langfristig als neue Landschaftsräume genutzt werden sollen.
Nach aktueller Planung soll die Leitung bis 2030 fertiggestellt sein. Im selben Jahr soll die Befüllung des künftigen Hambacher Sees beginnen. Für den Tagebausee Garzweiler ist der Start der Flutung ab 2036 vorgesehen. Der Tagebau Inden wird laut Planung ebenfalls ab 2030 geflutet, dort jedoch mit Wasser aus der nahegelegenen Rur.
Bedeutung für Wasserhaushalt und Strukturwandel
RWE ordnet das Projekt in den Kontext des Strukturwandels im Rheinischen Revier ein. Neben der Seebefüllung soll die Leitung nach Unternehmensangaben dazu beitragen, Feuchtgebiete im Naturpark Schwalm-Nette zu sichern und den regionalen Grundwasserhaushalt zu stabilisieren.
Mit der Genehmigung durch die Bezirksregierung ist ein wesentlicher formaler Schritt für die Umsetzung erfolgt. Der Bau der Leitung markiert damit den Übergang von der Planungs- in die Umsetzungsphase eines der größten wasserwirtschaftlichen Vorhaben im Zuge des Braunkohleausstiegs in Nordrhein-Westfalen.
Kritik von Umweltverbänden
So gewaltig das Projekt ist – so groß sind auch die Diskussionen. Die Leitung bringt zweifellos Chancen: Sie hilft, die riesige Grube in einen nutzbaren See zu verwandeln, unterstützt den Wiederanstieg des Grundwassers und bewahrt bedrohte Feuchtgebiete vor dem Austrocknen. Doch Umweltverbände sehen auch Risiken.
Ein zentrales Thema ist die Wasserqualität. Der Rhein führt – trotz verbesserter Wasserreinhaltung – noch immer Spurenstoffe, Medikamentenrückstände und Mikroplastik mit sich. Wird dieses Wasser ungefiltert in den künftigen See eingeleitet, könnten sich diese Stoffe im Boden ablagern oder ins Grundwasser übergehen.
Vor allem die Lage der Entnahmestelle – direkt unterhalb des Chemparks Dormagen – sorgt für Kritik: Dort gelangen auch gereinigte Abwässer in den Fluss. Umweltschützer forderten außerdem, RWE solle für die Wasserentnahme zahlen – und zwar 5 Cent pro Kubikmeter.
RWE betont, dass alle relevanten Wasserwerte geprüft wurden und keine Gefahr für Mensch oder Umwelt besteht. Umweltverbände wie der BUND fordern dennoch ein autonomes Monitoring direkt an der Entnahmestelle – sowie gegebenenfalls eine Filterung oder alternative Standorte.
www.verliebtinkoeln.com
Wer nachhaltig und kostengünstig Auto fahren möchte, könnte sich überlegen, auf ein gebrauchtes Elektrofahrzeug umzusteigen. Dank des niedrigeren Kaufpreises, der geringen Wertminderung und der niedrigen Wartungskosten dürfte das Fahren mit einem Elektroauto für viele eine echte Option werden. Ein gebrauchtes Elektroauto kostet oft viel weniger als ein neues. Demnach ist es eine kostengünstige Möglichkeit, auf umweltfreundliches Fahren umzusteigen. So werden keine neuen Rohstoffe und keine neue Energie für die Produktion eines neuen Autos benötigt. Weil aber Niederländer bislang wenig Interesse an einem Gebrauchten zeigen, kommen immer mehr gebrauchte Elektroautos auf den Markt, und sie werden immer günstiger. Das meldet die Nachrichtenplattform nu.nl.
Der Verkauf von Gebrauchtwagen läuft in den Niederlanden insgesamt betrachtet gut. Nach Informationen der Verbände BOVAG und RDC wurden 2025 mehr Gebrauchtwagen verkauft als im Vorjahr. Der Durchschnittspreis aller Gebrauchtwagen steigt infolgedessen leicht an. Bei Elektrofahrzeugen sinken die Preise jedoch stark. Der Durchschnittspreis ist auf 40.000 Euro gefallen, 4.000 Euro weniger als im Oktober 2024. Laut Beobachtern ist dieser Preisrückgang darauf zurückzuführen, dass mehr Elektroautos auf Lager sind.
Daher dürften die Preise für gebrauchte Elektroautos vorerst weiter sinken, da zudem mehr günstige chinesische Modelle als Gebrauchtwagen auf den Markt kommen. Viele potenzielle Käufer warten erst einmal ab, ob eine künftige Regierung womöglich mehr finanzielle Unterstützung für (gebrauchte) Elektroautos bereitstellen wird. Durch die Abschaffung von Subventionen für Elektrofahrzeuge sind auch Gebrauchtwagen teurer geworden. Und ab 2026 müssen Fahrer von Elektroautos darüber hinaus mehr Kfz-Steuer zahlen.
Importe aus China und der Zustand der Batterien
Mobilitätsexperten sind der Meinung, dass Plug-in-Hybride für den durchschnittlichen Autofahrer in den Niederlanden noch immer zu viele Hürden mit sich bringen, insbesondere in finanzieller Hinsicht. So seien Gebrauchtwagen mit Benzinmotor nach dem Preisverfall immer noch durchschnittlich 30 Prozent günstiger als Plug-in-Hybride. Auch die Versicherung und die Kfz-Steuer für einen reinen Verbrenner seien in der Regel niedriger als für ein Hybrid- oder Elektroauto.
Eine weitere Hürde ist, dass die Niederländer sich Sorgen um den Zustand der Batterie eines gebrauchten Elektroautos machen. Wie bei einem Smartphone verschlechtert sich der Zustand der Batterie eines Elektroautos im Laufe der Jahre. Infolgedessen kann man zunehmend weniger Kilometer ohne Aufladen fahren. Aufgrund der geringen Nachfrage und des Zustroms billiger chinesischer Elektroautos wird der Preis für ein gebrauchtes Elektroauto in den kommenden Monaten wahrscheinlich noch weiter sinken.
Text Julian Binn www.AHA7x24.com
Heute (15.01.) stellte das Projektmanagementteam des Fachbereichs Organisation und Personalwirtschaft der Stadt Essen in der 22. Etage des Essener Rathauses die neue Arbeitgebermarke der Stadt Essen offiziell vor. Neben Oberbürgermeister Thomas Kufen nahmen der gesamte Verwaltungsvorstand sowie zahlreiche projektbeteiligte Mitarbeiter*innen an der Veranstaltung teil
"Der Bedarf an Arbeitskräften auf allen Ebenen ist bereits heute enorm und wird in den kommenden Jahren weiter steigen – auch in der Essener Stadtverwaltung. Im Wettbewerb um Fach- und Nachwuchskräfte ist es deshalb entscheidend, als Arbeitgeberin klar positioniert zu sein und ein starkes Wir-Gefühl zu vermitteln. Mit der neuen Arbeitgebermarke ESSENziell schaffen wir dafür eine wichtige Grundlage. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden, die sich mit großem Engagement in den Entwicklungsprozess eingebracht und diese Marke gemeinsam gestaltet haben", so Oberbürgermeister Thomas Kufen.
ESSENziell als neue Positionierung am Markt
Mit dem Launch von ESSENziell löst die Stadt Essen ihre bisherige Personalmarketinglinie auf sämtlichen Medien ab und positioniert sich künftig einheitlich unter der neuen Arbeitgebermarke am Markt.
Die neue Marke ESSENziell betont die Unverzichtbarkeit jeder*jedes Einzelnen für das Funktionieren der Stadt. Die Mitarbeiter*innen der Stadt Essen werden damit in den Fokus gerückt. Sie vermittelt klar, für welche Werte und Leistungen die Arbeitgeberin Stadt Essen steht: Wir handeln im Dienst der Gesellschaft für ein besseres Leben in Essen, fördern die Entwicklung und Perspektiven jeder*jedes Einzelnen und schaffen eine gemeinsame Orientierung - ein WIR-Gefühl. Dabei sind wir vielfältig und zukunftsorientiert und verhalten uns menschlich bzw. ehrlich und echt. Die Bildsprache und die kommunikativen Botschaften der Marke werden genau das aufgreifen.
Beitrag zur Mitarbeiterbindung und Fachkräftegewinnung
Nach innen soll ESSENziell die Identifikation der Mitarbeitenden mit der Stadt Essen als Arbeitgeberin weiter stärken und damit einen Beitrag zur Mitarbeiterbindung leisten. Nach außen unterstützt die Marke eine klare und wettbewerbsfähige Positionierung am Arbeitsmarkt, um Nachwuchs- und Fachkräfte gezielt anzusprechen.
Entwicklungsprozess mit starken Partnern und Beteiligung von über 4.100 Mitarbeitenden
Der Launch markiert den Abschluss einer rund zweijährigen Projektphase, in der die Arbeitgebermarke von Grund auf entwickelt wurde. Unterstützt wurde das städtische Projektteam dabei von erfahrenen externen Partnerinnen*Partnern im Bereich Employer Branding und Design: den Agenturen sasserathNOW aus Berlin und Leagas Delaney aus Hamburg.
Ein zentrales Anliegen der Personalvorständin Annabelle Brandes war es von Beginn an, die neue Marke gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung zu entwickeln. Über verschiedene Beteiligungsformate brachten sich mehr als 4.100 Mitarbeitende in den Prozess ein. Ziel war es, eine authentische Arbeitgebermarke zu schaffen, mit der sich die Mitarbeitenden identifizieren können.
Erste Umsetzungsbeispiele und neuer Imagefilm
Im Rahmen der Launch-Veranstaltung wurden neben der Entstehungsgeschichte und der strategischen Ausrichtung der Marke auch erste Umsetzungsbeispiele von dem neuen Design der Marke präsentiert. Dazu zählten unter anderem die neue Karriereseite, der Messeauftritt sowie der neue Imagefilm. Letzterer wurde von der Agentur twoseconds aus Krefeld umgesetzt und ausschließlich mit städtischen Darstellerinnen*Darstellern realisiert.
Symbolische Unterzeichnung durch den Verwaltungsvorstand
Als symbolisches Zeichen für den gemeinsamen Auftritt unter der neuen Arbeitgebermarke unterzeichnete der gesamte Verwaltungsvorstand ein vorbereites Markenposter. Die heutige Veranstaltung markierte den Auftakt für alle weiteren Maßnahmen zur Bekanntmachung und nachhaltigen Etablierung der neuen Arbeitgebermarke ESSENziell.
Die Anpassung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und den Niederlanden ist seit dem 1. Januar 2026 in Kraft. Grenzpendler können damit bis zu 34 Tage im Jahr im Homeoffice arbeiten, ohne dass sich ihre steuerliche Behandlung ändert. Für viele Beschäftigte und ihre Arbeitgeber bedeutet das mehr Klarheit, weniger Bürokratie und zusätzliche Planungssicherheit im grenzüberschreitenden Arbeitsalltag.
NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk begrüßt das Inkrafttreten der Regelung ausdrücklich: „Dass die neue Homeoffice-Regelung nun gilt, ist ein wichtiges Signal für die Menschen in der Grenzregion. Sie schafft Rechtssicherheit und berücksichtigt endlich die Realität moderner Arbeitsformen. Nordrhein-Westfalen setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Grenzpendler nicht durch steuerliche Hürden ausgebremst werden. Dieser Schritt zeigt, dass sich dieser Einsatz gelohnt hat“, so der Minister.
Nordrhein-Westfalen hatte frühzeitig auf Bundesebene auf die bestehenden Probleme hingewiesen und sich dafür starkgemacht, die während der Corona-Pandemie geltenden Übergangsregelungen nicht ersatzlos auslaufen zu lassen. Gerade in Grenzregionen wie Aachen, Heinsberg, Kleve oder dem Kreis Viersen hatten die bisherigen Regelungen zu erheblichem Verwaltungsaufwand und Unsicherheit geführt, da Einkünfte häufig zwischen beiden Staaten aufgeteilt werden mussten.
Die nun geltende 34-Tage-Regelung reduziert diesen Aufwand deutlich, bleibt aus Sicht des Landes aber ein erster Schritt. Auch die niederländische Seite hat deutlich gemacht, dass sie sich für weitergehende Lösungen einsetzen will, die es Grenzpendlern ermöglichen, regelmäßig ein oder zwei Tage pro Woche im Homeoffice zu arbeiten, ohne steuerliche Nachteile befürchten zu müssen.
Optendrenk unterstreicht diesen Anspruch. „Unser Ziel bleibt eine einfache und faire Besteuerung für Grenzpendler, die echte Planungssicherheit bietet. Wer grenzüberschreitend arbeitet, soll frei entscheiden können, wo und wie gearbeitet wird. Nordrhein-Westfalen wird sich weiterhin beim Bund und im europäischen Kontext dafür einsetzen, dass die steuerlichen Regeln mit der Flexibilisierung der Arbeitswelt Schritt halten.“
Die Ankündigung der niederländischen Regierung, das Thema auch auf Ebene der OECD, der Europäischen Union sowie im Rahmen der Benelux-Zusammenarbeit weiter voranzutreiben, wird in Nordrhein-Westfalen ausdrücklich begrüßt. Das Land sieht darin eine Chance, langfristig tragfähige und alltagstaugliche Lösungen für Grenzpendler zu erreichen und den Wirtschafts- und Lebensraum in der Grenzregion weiter zu stärken.
Von Julian Binn www@AHA24x7.com
Die bedeutendste internationale Infrastrukturmesse Deutschlands, die InfraTech 2026, vom 13. bis 15. Januar 2026 in der Messe Essen steht bevor. Die InfraTech 2026 ist das erste Branchentreffen der Anbieter von Infrastruktur im Neuen Jahr. Durch das Sondervermögen von 500 Milliarden Euro, das in den nächsten Jahren in die Sanierung der Infrastruktur in Deutschland fließt und die Nachfrage nach oben schießen lässt, hat die Bedeutung der Messe noch einmal stark zugelegt.
Das zeigt sich in der Zahl der Aussteller, die von 200 im Jahr 2024 auf jetzt 270 stark gestiegen ist. Darunter sind neben hoch innovativen Spezialisten aus dem Mittelstand auch nationale und internationale Branchengrößen und Weltmarktführer wie Saint-Gobain, Aco, Gelsenwasser, Rehau Industries, Eurovia, Semperit, Sika und die Infrastruktur-Tochter der Deutschen Bahn. Im Mittelpunkt der Messe 2026 stehen die Themen Infrastrukturmodernisierung, Wasser & Klima, Mobilität und Digitalisierung. Erwartet werden über 7500 Fachbesucher von Infrastruktur-Unternehmen, von Kommunen und Öffentlichen Auftraggebern.
Die Messe wird am 13. Januar 2026 von Nordrhein-Westfalens Verkehrs- und Umweltminister Oliver Krischer eröffnet, gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, und dem erst seit dem 1.1.2026 amtierenden neuen Chef von Straßen.NRW, Christoph Jansen. Die InfraTech ist einer der ersten offiziellen Termine des neuen Behördenchefs. www.infratech.de
Als strategischer Partner und bedeutsamer Arbeitgeber der Infrastrukturbranche präsentiert sich der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen - kurz Straßen.NRW - auf der Fachmesse. Das gemeinsame Motto lautet: "Engineering the future". Obwohl der Landesbetrieb nun schon seit 25 Jahren besteht, steht am Messestand in Halle 3 ganz klar die Zukunft im Mittelpunkt. Besucher*innen erleben anhand ausgesuchter Projekte spannende und innovative Themen: Sicherheits- und Betriebstechnik in Straßentunneln, Temperaturabgesenkter Asphalt sowie Motorradsicherheit. www.strassen.nrw.de
BOE INTERNATIONAL – INTERNATIONAL TRADE FAIR FOR INNOVATIVE EVENT SOLUTIONS
Die boe international ist der internationale Treffpunkt der Event- und Messeindustrie und eröffnet jedes Jahr im Januar das Veranstaltungsjahr. Unter dem Motto „People. Events. Innovations.“ zeigt
die Leitmesse in Dortmund, wie die Zukunft der Events Form annimmt. Die boe bringt Anbieter aus Messebau, Ausstattung, Technik und Event IT sowie Locations, Catering und Acts mit Fachbesuchern,
Agenturen, Unternehmen und strategischen Entscheidern aus Marketing, HR und Procurement zusammen. Gleichzeitig richtet sich die boe an Eventverantwortliche aus der gesamten Wirtschaft – von Office
Managern bis zu Unternehmenskommunikation – die Formate wie Jubiläen, Messen oder Mitarbeiterevents organisieren und nach verlässlichen Partnern und kreativen Lösungen suchen. Neben praxisnahen
Impulsen und Networking-Möglichkeiten bietet die Leitmesse ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Panels und Side Events. Auch Talente und Studierende nutzen sie als Karriereplattform und Sprungbrett in
die Branche. Fachlicher Träger der Messe ist die Bundesvereinigung der Veranstaltungswirtschaft fwd:.
Zu ihrer ersten Sitzung ist nun die Steuerungsgruppe des DIWA-Projektes (Drought Strategies in Water Management – deutsch: Trockenheitsstrategien in der Wasserwirtschaft) im Haus der Niederlande in Münster zusammengekommen.
Die Bezirksregierung Münster richtete die Veranstaltung aus, in der der Fortschritt des Interreg VI-Projekts besprochen wurde. Das Projekt DIWA entwickelt mit zehn Partnern – fünf deutsche, vier niederländische und ein deutsch-niederländischer – einen grenzübergreifenden Ansatz zur Bewältigung von Trockenheit in Deutschland und den Niederlanden. Die Steuerungsgruppe übernimmt die strategische Steuerung und fördert den Wissens- und Informationsaustausch auf Leitungsebene zwischen den Projektpartnern. Die Sitzung bot Raum für einen lebendigen und konstruktiven Austausch unter den Teilnehmenden, die anschließend ein positives Fazit zogen.
Die DIWA-Projektpartner haben bereits eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, um die Projektziele zu erreichen. Bei der Sitzung erläuterten sie die Fortschritte in den einzelnen Arbeitspaketen. Unter anderem wird ein Governance-Modell zur Trockenheitsbekämpfung entwickelt. Darüber hinaus erarbeiten die Beteiligten Szenarien und Strategien, bewerten Trockenheits-Risiken und überprüfen die Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen. Im Rahmen von Pilotprojekten werden konkrete Maßnahmen zur Bewältigung von Trockenheit umgesetzt. Das daraus gewonnene Wissen fließt schließlich in einen digitalen Leitfaden ein, der den Interessengruppen im Grenzgebiet als praxisnahes Instrument zur Verfügung steht.
Zusammenarbeit und Finanzierung
Im Interreg-Projekt DIWA arbeiten die folgenden zehn Partner zusammen: Waterschap Vechtstromen (Leadpartner), Waterschap Rijn en IJssel, Provincie Gelderland, Universiteit Twente, Kreis Borken, Kreis Steinfurt, Landkreis Emsland, Landkreis Grafschaft Bentheim, Vechteverband und die EUREGIO. Die Grenzüberschreitende Plattform für regionale Wasserwirtschaft (GPRW
Gruppenbild beim Treffen der Steuerungsgruppe
Foto: Kreis Borken
Text: Julian Binn www.aha24x7.com
Gleich drei Fabriken des Chemieunternehmens Fibrant haben im Herbst diesen Jahres in den Niederlanden die Produktion eingestellt. Damit erhöht das Unternehmen die Zahl einer wachsenden Gruppe von Industrieunternehmen, die ihre Türen schließen oder den Niederlanden den Rücken kehren. Zuvor hatten BP und Shell beschlossen, den Bau neuer Fabriken einzustellen. Darüber hinaus haben Unternehmen wie Indorama, Vynova und Tronox, die beispielsweise Kunststoff oder PVC herstellen, die Türen ihrer niederländischen Fabriken geschlossen. Das berichtet die Nachrichtenplattform nu.nl.
Die aktuellen Betriebsschließungen nähren die Befürchtung, dass in nächster Zeit weitere Schläge folgen werden. Denn viele Chemieunternehmen arbeiten zusammen oder sind Kunden voneinander. Die Erklärungen ähneln sich. Die Unternehmen könnten nach Meinung der Interessenvertretung der chemischen Industrie (VNCI) unter anderem aufgrund der hohen Energiepreise nicht mehr mit der Konkurrenz aus China mithalten. Diese böte Verkaufspreise an, die unter den Kosten in Europa liegen. „Unternehmen verdienen in den Niederlanden nicht genug und gehen auch nicht davon aus, dass sich dies in Zukunft ändern wird“, so eine Sprecherin des VNCI. Dann investiere man eben nicht mehr, etwa in größere Instandhaltungsmaßnahmen. Und dann müsse man früher oder später schließen.
Für eine Reihe von Unternehmen der Branche sei es nicht fünf vor zwölf, sondern Viertel nach zwölf. Und das ist laut VNCI auch „die Botschaft, die wir einer neuen Regierung mitgeben“. Bei Chemelot, dem Industriepark in Limburg, wo Fibrant Fabriken schließt, spüre man ebenfalls Auswirkungen. Zwar strebe man im Betrieb die vollständige Klimaneutralität an, so eine Unternehmenssprecherin. Aber dafür müssten die Rahmenbedingungen stimmen, zum Beispiel gleiche Wettbewerbsbedingungen. So seien die Energiepreise in den Niederlanden höher als in Belgien oder Deutschland. Außerdem drohe eine CO2-Steuer.
Im Chemiepark in Limburg seien die Unternehmen stark miteinander verbunden. Sie kaufen Produkte voneinander und teilen sich beispielsweise die Kosten für die Wasseraufbereitung. Wenn ein Unternehmen wegbricht, habe das oft auch Auswirkungen auf andere. Die Chemiebranche hoffe daher auf ein Förderprojekt, wie es die Regierung bereits für die Chipindustrie aufgelegt hat. Dabei investiere die Regierung rund 2,5 Milliarden Euro in Bereiche wie Bildung, Energie und Infrastruktur. Die Provinzregierung ist der Meinung, dass auch für die chemische Industrie in Limburg ein solches Hilfspaket geschnürt werden sollte.
Von Julian Binn www.AHA24x7.com
|
Der Energieverbrauch der Lebensmittelindustrie stammt überwiegend von fossilen Brennstoffen. Jetzt übernimmt ein Lebensmittelproduzent die Führung in der Branche und schafft einen Produktionskreislauf, der den jährlichen CO2-Ausstoß um 2.000 Tonnen reduziert. |
Laut Umweltbundesamt stammen vier Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland ausschließlich von Biomüll, und über 70 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der Lebensmittelindustrie stammen aus fossilen Quellen. Jetzt hat OSCAR, ein Hersteller von professionellen Lebensmittelzutaten, einen strategisch konkreten Schritt unternommen, um dessen CO2-Ausstoß beträchtlich zu reduzieren.
Das Unternehmen hat im finnischen Juuka neben der Produktionsstätte eine Biogasanlage etabliert. Dort wird Bioabfall aus der Fabrik in Biogas umgewandelt, welches in der Fabrik langfristig 80 Prozent der Energie ausmachen wird, die für die Lebensmittelproduktion des Unternehmens benötigt wird. Das Ergebnis ist ein fast autarker Produktionskreislauf, der den jährlichen CO₂-Ausstoß um 1.900 Tonnen reduzieren soll.
„Als Branche müssen wir etwas tun. Jedes Jahr sind wir für viele Millionen Tonnen CO2-Ausstoß verantwortlich, und damit geben wir uns nicht zufrieden. Deshalb müssen wir konkrete Maßnahmen ergreifen, die nicht nur eine theoretische Strategieentwicklung darstellen, sondern hier und jetzt etwas bewirken. Mit einer eigenen Biogasanlage haben wir die einzigartige Möglichkeit, einen Kreislauf zu erschaffen”, erklärt Paul den Dunnen, Geschäftsleiter der Oscar A/S.
In Deutschland hat in den vergangenen Jahren das Interesse an der Wiederverwertung von Biomüll zugenommen, aber die meisten Initiativen befinden sich weiterhin in einer experimentellen Phase oder in kommunaler Hand. Laut der FNR (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.) stammen etwa 12 Prozent der deutschen Biogasproduktion aus Biomüll aus dem gewerblichen und kommunalen Bereich.
„In Produktionsresten und Essensresten steckt ein unausgeschöpftes Potenzial zur Produktion von Biogas. Für mich ist die Produktion und Verwendung von Biogas für die Lebensmittelindustrie sehr vielversprechend, da in wärmeerzeugenden Anlagen Erdgas eins zu eins durch Biogas ersetzt werden kann. Dies zieht in der Regel eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um bis zu 90 Prozent mit sich“, weiß Dr.-Ing. Frank Scholwin vom Institut für Biogas in Weimar. Er ergänzt, dass es noch interessanter wird, wenn die Biogasanlagen Teil eines Industrieunternehmens werden:
„Man spart einen wesentlichen Teil der Transporte der Substrate für die Biogasproduktion, wenn die Anlage Teil eines Unternehmens wird. Mit diesem Ansatz wird die Lebensmittelindustrie einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten können, und ich habe ganz klar den Eindruck, dass die Biogastechnologie für viele Lebensmittelwerke eine perfekte Ergänzung darstellt.“
OSCAR® ist ein dänischer Lebensmittelproduzent, der professionelle Fonds, Saucen und Bouillons für Restaurants, Kantinen und die Lebensmittelindustrie fertigt. Das Unternehmen verbindet kulinarisches Handwerk mit nachhaltiger Produktion und stellt hauptsächlich in Finnland her. www.oscarnordic.de/