Kühle Räume trotz Sommerhitze

Deutschland erlebt erneut eine Hitzewelle mit Temperaturen von deutlich über 30 Grad. Hinzu kommen immer häufiger Tropennächte, in denen sich Gebäude kaum noch abkühlen. Die Folgen reichen von schlaflosen Nächten bis hin zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen insbesondere für ältere Menschen, Kinder und chronisch Erkrankte.

 

Mit ihrer neuen Broschüre „Kühle Räume trotz Sommerhitze“ zeigt die Bundesingenieurkammer, wie sich Wohnräume auch ohne aufwendige Technik wirksam vor Überhitzung schützen lassen. Der kostenlose Ratgeber bündelt leicht umsetzbare Empfehlungen für den Alltag und erläutert zugleich verständlich die bauphysikalischen Hintergründe.

 

„Viele Menschen wissen, dass sie Rollläden schließen oder nachts lüften sollten. Weshalb diese Maßnahmen besonders wirksam sind, wird jedoch selten erklärt“, sagt der Initiator der Broschüre, Dipl.-Ing. (FH) Friedhelm Maßong. „Wer die physikalischen Zusammenhänge versteht, kann sein Gebäude deutlich effektiver vor Hitze schützen.“

 

Die Broschüre unterscheidet sich damit bewusst von klassischen Hitzeratgebern. Statt allgemeiner Verhaltensempfehlungen vermittelt sie Ingenieurwissen in verständlicher Sprache.

 

Die Broschüre „Kühle Räume trotz Sommerhitze – Ratgeber der Bundesingenieurkammer für wirksamen Hitzeschutz in Wohngebäuden“ steht ab sofort unter www.bingk.de kostenlos zum Download zur Verfügung. (C) BIngK

Micky Maus Magazin 17/26 erscheint als ganz besonderes Highlight

Donald Duck besucht das Ruhrgebiet, wo er ein turbulentes Comic-Abenteuer zwischen Industriekultur und Trinkhallen erlebt.

 

Donald Duck ist in der Geschichte „Eine außerirdische Sensation“ als rasender Reporter für den Entenhausener Kurier zwischen Dortmund und Duisburg unterwegs. Die Chefredakteurin will Donald Duck und seinem übertriebenen Sensationsjournalismus einen Riegel vorschieben: Sie fordert von ihm keine Monster- oder UFO-Sichtungen, sondern ehrliche „Maloche“ mit einer bildgewaltigen, aber boden-ständigen Reportage über das Ruhrgebiet. Donald schnappt sich also seinen „Drahtesel“ und startet seine Mission in Dortmund. Er sucht gerade sein erstes Bildmotiv, als das Unfassbare passiert: Ausgerechnet im Westfalenpark landet ein echtes Raumschiff! Für Donald eine absolute Katastrophe, denn er muss die Alien-Sensation nun krampfhaft vertuschen, um den Auftrag seiner Chefredakteurin zu erfüllen.


Auf seiner wilden Flucht vor der Wahrheit und alsbald vor den Panzerknackern – die ebenfalls auf Entdeckungsreise vor Ort sind – strampelt Donald quer durchs Revier. Seine turbulente Tour an der Ruhr führt ihn vorbei an starken Bildmotiven der Industriekultur und ikonischen Sehenswürdigkeiten wie dem Deutschen Bergbau-Museum und dem Planetarium in Bochum, der Villa Hügel und der Zeche Zollverein in Essen, dem Gasometer in Oberhausen und der Skulptur Tiger & Turtle – Magic Mountain in Duisburg. Und natürlich darf auf dieser Tour auch eine weitere wichtige Institution des Potts nicht fehlen: die klassische Trinkhalle für ein erfrischendes kleines Päusken.

 

Jörg Risken, Verlagsleiter bei Egmont Ehapa Media, über die Besonderheit der Geschichte: „Das Ruhrgebiet bietet mit seiner einzigartigen Mischung aus imposanter Industriekultur, grünen Oasen und herzlicher Offenheit eine fantastische Kulisse für unsere Comic-Geschichten. Donald in dieser aufregenden Region agieren zu lassen, war eine wunderbare Herausforderung für uns, die wir mit viel Spaß und in enger Zusammenarbeit mit der Ruhr Tourismus GmbH umgesetzt haben.“

 

Axel Biermann, Geschäftsführer von der Ruhr Tourismus GmbH freut sich über den gefiederten Gast: „Mit Donald im Ruhrgebiet trifft Kult-Ente auf Industriekultur. Seit dem Ende des Bergbaus sind zahlreiche leicht befahrbare Radwege und viele ungewöhnliche Ausflugsziele für die ganze Familie entstanden: Klettern im ehemaligen Stahlwerk, Schwimmen im Werksschwimmbad oder eine simulierte Tour unter Tage im Bergbau-Museum, zwischen Zeche und Trinkhalle gibt es viel Spannendes zu entdecken. Diese Ruhrgebiets-Ausgabe ist ein humorvolles Kompliment an unsere Region und zeigt, dass das Ruhrgebiet immer wieder für Überraschungen gut ist.“

 

Auch Regionaldirektor Garrelt Duin heißt Donald Duck im Ruhrgebiet herzlich willkommen: „Mit seiner chaotisch-liebenswerten Art passt die Comic-Kultfigur hervorragend in unsere Region, in der nicht alles perfekt ist, die aber immer wieder aufs Neue überrascht. Davon können sich die Leserinnen und Leser dieser speziellen Ausgabe des Micky Maus Magazins selbst überzeugen. Donalds abenteuerliche Reise durch das Ruhrgebiet hat Herz und Humor und mir große Freude bereitet.“

 

Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Wissenschaftliche Direktorin des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, ergänzt: „Donald Duck begeistert sein Publikum schon seit den 1930er Jahren – und auch das Deutsche Bergbau-Museum Bochum blickt auf eine Geschichte zurück, die in diese Zeit reicht. Beide erzählen auf ihre Weise von Abenteuern, die über Generationen hinweg weitergegeben werden. Dass Donald jetzt bei uns vorbeischaut, ist eine besonders schöne Verbindung von Popkultur und Industriekultur.“

 

Das Micky Maus Magazin Nr. 17/26 mit Donald Duck als rasendem Reporter durchs Ruhrgebiet ist ab dem 31. Juli 2026 (D: € 5,99 A: € 6,50 CH: SFR 11,90) im Handel und unter www.egmont-shop.de erhältlich.

Nicht im Lieferumfang enthalten: Verantwortung

 

Ab Mitte kommender Woche erhebt die Europäische Union für viele Pakete aus Nicht-EU-Ländern eine neue Zollpauschale. Bislang galt für Waren im Wert von bis zu 150 Euro eine Zollbefreiung. Ab dem 1. Juli greift nun eine neue Übergangsregelung. Pro Warenkategorie werden künftig drei Euro fällig. Das Ziel?

 

Die neue Regelung soll den rasant wachsenden Online-Handel aus Drittstaaten besser kontrollierbar machen und für gleiche Spielregeln sorgen – unabhängig davon, ob ein Händler inner- oder außerhalb der Europäischen Union sitzt.

Dass Veränderungen dringend notwendig sind, belegen Zahlen der Europäischen Kommission: Im Jahr 2025 wurden rund 5,8 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von bis zu 150 Euro in die Europäische Union eingeführt. Umgerechnet sind das knapp 16 Millionen Sendungen – jeden Tag. Eine Zahl, die in den vergangenen Jahren rasant gestiegen ist und Zollbehörden, Marktüberwachung sowie Verbraucherschutz vor immense Herausforderungen stellt.

 

Anders als klassische Containerimporte erreichen viele Waren die Europäische Union heute als einzelne Paketsendungen. Das erschwert nicht nur die Zollabwicklung. Auch die Marktüberwachung stößt an Grenzen. Wird ein fehlerhaftes Produkt in einem Container entdeckt, lässt sich die gesamte Lieferung kontrollieren. Bei Millionen einzelner Pakete ist das deutlich schwieriger.

Wer Waren in großem Stil in die Europäische Union verkauft, darf sich nicht hinter der schieren Menge verstecken", erklärt Nadine Heselhaus, Bundestagsabgeordnete (SPD) und stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz (ZEV). „Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein Recht auf sichere Produkte und klare Ansprechpartner – unabhängig davon, woher die Ware kommt."

 

Wenn die Rücksendung zur Fernreise wird

 

Die Paketflut hat viele Gesichter. Das Sommerkleid für den Urlaub, die Handyhülle für drei Euro oder das Ersatzteil für die Kaffeemaschine: Für viele gehören Bestellungen bei den großen chinesischen Onlineplattformen längst zum Alltag. Die günstigen Preise machen die Angebote attraktiv. Dass dieser Markt boomt, zeigt auch der erst kürzlich veröffentlichte Konsumindex.

 

Doch nicht jedes Schnäppchen hält, was die Produktbeschreibung verspricht. Immer wieder warnen Behörden vor mangelhaften Produkten – von durchschmorenden Ladekabeln über schadstoffbelastetes Spielzeug bis hin zu Heizsohlen, deren Akkus bei Benutzung Feuer fangen können. Die Folgen zeigen sich jedoch nicht nur bei der Marktüberwachung. Auch Verbraucher bekommen die Strukturen hinter vielen Billigimporten häufig erst dann zu spüren, wenn etwas schiefläuft.

 

Das Kleid sieht anders aus als auf den Produktfotos, die Reklamation bleibt unbeantwortet oder die Rücksendung nach China kostet mehr als die Ware selbst. Mit solchen Fällen wenden sich regelmäßig Verbraucher an das ZEV. Oft wird erst im Problemfall deutlich, wie kompliziert die Durchsetzung von Ansprüchen außerhalb der Europäischen Union sein kann.

 

Besonders häufig zeigt sich das beim sogenannten Dropshipping. Verbraucher bestellen bei einem Online-Händler, der laut Impressum in der EU sitzt. Der Online-Shop wirkt deutsch oder europäisch, versendet wird die Ware jedoch direkt aus einem Drittstaat. Meist fällt das erst auf, wenn die Lieferung ungewöhnlich lange dauert oder eine Rücksendung erforderlich wird. Nicht selten stehen Verbraucher dann aber plötzlich allein da. Händler, Plattformen und Lieferdienste verweisen aufeinander, Zuständigkeiten bleiben unklar und Betroffene werden sprichwörtlich von Pontius zu Pilatus geschickt. Selbst wer sich dann für eine Rücksendung entscheidet, steht vor dem nächsten Problem: Häufig soll das Paket zurück nach China. Die Versandkosten übersteigen dabei nicht selten den Wert des gekauften Artikels.

 

„Die drei Euro werden die Probleme nicht lösen", betont Heselhaus. „Für Verbraucher muss am Ende klar sein, wer verantwortlich ist, wenn etwas schiefläuft. Genau daran fehlt es heute noch viel zu oft."

 

Drei Euro als Zwischenlösung

 

Die Europäische Union arbeitet deshalb bereits an einer deutlich umfassenderen Reform des Zollsystems. Geplant ist unter anderem, Online-Marktplätze stärker in die Pflicht zu nehmen. Der Fokus verschiebt sich damit von der einzelnen Bestellung auf die Strukturen dahinter. Ziel ist es, gleiche Spielregeln für europäische Händler und Anbieter aus Drittstaaten zu schaffen, die Kontrolle von Warenströmen zu verbessern und Verantwortlichkeiten klarer zu regeln.

Bis Mitte 2028 soll die bisherige 150-Euro-Freigrenze vollständig entfallen. Die neue Zollpauschale soll die Zeit bis dahin überbrücken und gleichzeitig die Zollbehörden entlasten. Denn Millionen Einzelsendungen individuell zu bewerten, wäre in der Praxis kaum zu bewältigen.

 

„Wer in Europa verkauft und Geld verdient, darf Verantwortung nicht wie einen optionalen Lieferbestandteil behandeln", schlussfolgert Heselhaus. "Der Online-Handel hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Jetzt müssen die Regeln Schritt halten."

 

Hier werden die ersten Rohre der Rhein-Pipeline verlegt

Am so genannten „Speedway :terra nova“ bei Elsdorf hat der Leitungsbau für die neue Rheinpipeline begonnen. Die ersten Stahlrohre sind verschweißt und werden nun in den Leitungsgraben gehoben.

Für Menschen aus Köln und der Region ist das Projekt relevant, weil es die künftige Wasserführung im Rheinischen Revier mitprägt – und weil es über Jahre Auswirkungen auf Freizeitwege und Landschaftsräume westlich von Köln hat.

 

Am „Speedway :terra nova“ bei Elsdorf liegen die ersten Rohre für eines der großen Infrastrukturprojekte im Rheinischen Revier bereit. Nach Angaben von Bauherr RWE sind die ersten drei von insgesamt rund 10.000 (!) Leitungsrohren verschweißt. Sie gehören zur rund 45 Kilometer langen Rheinpipeline, mit der künftig Wasser aus dem Rhein in Richtung der Tagebauregion transportiert werden soll.

 

Der Startschuss für den Bau erfolgte im Frühjahr 2026. Entlang des Leitungsgrabens werden derzeit mehrere Rohrstränge vorbereitet. Dafür werden jeweils drei Stahlrohre miteinander verschweißt. Jedes Rohr hat einen Durchmesser von 2,20 Metern. Nun werden die ersten Rohre in den Graben gehoben.

Anschließend wird der Graben abschnittsweise wieder verfüllt. Im Bereich des Speedways entstehen zwei parallel verlaufende Stahlrohrleitungen. Der Abschnitt dort ist rund 6,5 Kilometer lang.

Auch wenn die Baustelle bei Elsdorf liegt, reicht die Bedeutung des Projekts über den unmittelbaren Bauort hinaus. In Köln wird einer der größten Seen Deutschlands entstehen. Das Wasser dafür soll über Jahrzehnte aus dem Rhein kommen.

 

Ziel ist es, die Pipeline bis 2030 fertigzustellen. Der Zeitplan ist ambitioniert – zumal der Kohleausstieg im Tagebau Hambach auf Ende 2029 vorgezogen wurde.

 

www.verliebtinkoeln.com 

Digitale Maut: Europäisches Verbraucherzentrum fordert Nachbesserungen bei Regeln und Sanktionen

 

Wer mit dem Auto ins europäische Ausland reist, rechnet meist mit klar erkennbaren Mautstationen. Schranke, Kasse, Ticket. Die Realität sieht vielerorts anders aus: digitale Vignetten und Kennzeichenerfassung per Kamera.

 

Verbraucher schildern dem Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland regelmäßig Fälle, in denen sie zahlen wollten – und trotzdem Wochen später mit hohen Forderungen konfrontiert werden. Nicht wegen Vorsatz, sondern wegen formeller, ungewollter Fehler.

 

Aus Sicht des EVZ zeigt sich dabei ein grundlegendes Problem: Mautsysteme werden in vielen Ländern ohne Schranken oder Personal betrieben. Die Kontrolle erfolgt lückenlos per Kamera – jeder formelle Verstoß wird automatisch erfasst und sanktioniert, selbst wenn die Betroffenen die Maut korrekt bezahlen wollten. Für Verbraucher entsteht so ein deutliches Ungleichgewicht zwischen einfacher Kontrolle auf Betreiberseite und hohem Haftungsrisiko auf Kundenseite.

Wenn ein Zahlendreher zur „Fahrt ohne Maut“ wird

Beim Online-Kauf einer digitalen Vignette reichen Kleinigkeiten, um zu Problemen zu führen.
Die Betroffenen gehen davon aus, korrekt bezahlt zu haben. Formal gilt die Fahrt jedoch als mautpflichtig ohne gültige Registrierung.


Nicht bei Drittanbietern bestellen

Neben diesen systembedingten Fehlerquellen kommt ein weiteres Problem hinzu. Viele Reisende kaufen Vignetten unbeabsichtigt bei Drittanbietern. Diese erscheinen bei Suchmaschinen oft ganz oben. Dort sind die Preise deutlich höher als bei den offiziellen Verkaufsstellen der Länder.

Zusätzlich kommt es immer wieder vor, dass der Drittanbieter die Fahrzeug- oder Personendaten fehlerhaft an das offizielle Mautsystem weiterleitet. Verbraucher haben keinen Einblick in dieses System und können die Angaben weder kontrollieren noch korrigieren. Die Folge: Trotz Bezahlung liegt keine gültige Registrierung vor.

 

Tipp: Vignetten ausschließlich bei den offiziellen Stellen des jeweiligen Landes erwerben.


Hartes Durchgreifen: Das Beispiel Österreich und die Ersatzmaut

Wie drastisch die Folgen rein formeller Fehler sein können, zeigt sich in Österreich besonders deutlich.

 

Wer dort aufgrund eines Eingabefehlers bei der Vignettenregistrierung ohne gültige Vignette auf der Autobahn unterwegs ist, muss seit Anfang 2026 eine Ersatzmaut von 200 Euro zahlen (vormals 120 Euro). Diese steht in keinem Verhältnis zum eigentlichen Vignettenpreis (Tagesvignette Pkw: 9,60 Euro, Jahresvignette Pkw: 106,80 Euro).

 

Wird die Ersatzmaut nicht fristgerecht beglichen, wird mit einem Verwaltungsstrafverfahren gedroht, bei dem die Strafe bis auf 3000 Euro ansteigen kann.

 


Nähere Informationen zu Bußgeldern und Mautnachforderungen aus dem Ausland auf der Webseite des EVZ Deutschland - www.evz.de

 

 

Foto: kunchainub / Adobe Stock 

 

 

Vom Pott rauf auf 207 Meter Höhe: Bochumer Currywurst erobert den Berliner Fernsehturm

Was im Ruhrgebiet seit Jahrzehnten Kult ist, hat es jetzt bis ganz nach oben geschafft: Die Currywurst der Traditionsfleischerei Dönninghaus aus Bochum wird ab sofort im Sphere Tim Raue auf dem Berliner Fernsehturm, dem höchsten Drehrestaurant der Europäischen Union, auf 207 Metern Höhe und in der Sphere Bar direkt darunter serviert. Eine Wurst aus dem Pott, veredelt mit gleich zwei Soßen von Tim Raue, serviert über den Dächern der Hauptstadt: ehrliches Handwerk trifft internationale Bühne.

 

Die Geschichte dieser Wurst beginnt im Jahr 1937. Damals gründete Otto Dönninghaus die Fleischerei in Bochum. Heute führt Enkel Dirk Schulz den Betrieb in dritter Generation. Woche für Woche entstehen hier rund 40.000 bis 50.000 Würste – nach einer über Jahrzehnte bewahrten Rezeptur, mit Naturgewürzen, Naturdarm und ohne Kompromisse bei der Qualität. Im Ruhrgebiet ist die Dönninghaus-Currywurst längst mehr als ein Snack: Sie ist ein Stück Bochumer Identität.

 

Der Weg auf den Berliner Fernsehturm begann mit einem besonderen Moment: Für seine TV-Serie „Tim Raue isst!“ suchte Sternekoch Tim Raue 2025 die beste Currywurst Deutschlands – und wurde in Bochum fündig. „Als Tim Raue plötzlich bei uns in der Fleischerei stand, war das erst einmal surreal“, erinnert sich Dirk Schulz. „Er probierte die Wurst, schaute mich an und sagte sinngemäß: Das ist genau das, wonach ich gesucht habe. Für uns war sofort klar: Das ist etwas Besonderes.“

 

Für den Berliner Fernsehturm wurde die Currywurst neu gedacht – ohne ihren Charakter zu verlieren. Die Inspiration, die Wurst mit zwei Soßen zu servieren, stammt von der Berliner Currybaude. Die Umsetzung jedoch ist eine eigene: Eine der beiden Soßen wird direkt in der Küche des Sphere Tim Raue frisch zubereitet – mit ordentlich Feuer, Zwiebeln und feinem Curry-Schaum. Die zweite Soße basiert auf einem Rezept von Tim Raue und stammt von Landwirt Torsten Rahlf, der für hochwertige Zutaten aus Brandenburg steht.

 

So verbinden sich Ruhrgebiet, Berlin und Brandenburg auf einem Teller – handwerklich, regional und präzise. Serviert wird die Currywurst als Teil des Menüs „Tim Raues Heiß & Kalt“ und als Teil des „HIGHEST LUNCH“ im rotierenden Restaurant Sphere Tim Raue auf dem Berliner Fernsehturm, das sich zweimal pro Stunde um die eigene Achse dreht. An der Sphere Bar auf der Aussichtsetage direkt darunter gibt es die Currywurst auch einzeln, dann jedoch ohne den fancy Curryschaum, dafür aber mit edlem Jaipur Currypulver und einem exklusiven Fernsehturm-Göffel. Ein echtes Stück Ruhrgebiet – sichtbar, schmeckbar und mit Geschichte.

 

„Dass unsere Wurst jetzt dort oben serviert wird, macht uns unglaublich stolz“, sagt Geschäftsführer und Gründer-Enkel Dirk Schulz. „Wir sind eine klassische Ruhrgebiets-Fleischerei. Kein Konzern, kein Trendprodukt. Und genau diese Wurst, die bei uns seit Jahrzehnten gleich hergestellt wird, gibt es jetzt hoch oben auf dem Berliner Fernsehturm. Das ist für uns und für den Pott ein tolles Zeichen der Anerkennung.“

 

Der Berliner Fernsehturm ist mit seinen 368 Metern das höchste Gebäude Deutschlands und das zweithöchste öffentlich zugängliche Europas. Mit über 1,2 Millionen Besucherinnen und Besuchern jährlich zählt der Fernsehturm auf dem Alexanderplatz zu den beliebtesten Attraktionen Berlins. Eine einzigartige Besonderheit ist das rotierende Restaurant „Sphere Tim Raue“, welches sich in 207 Metern Höhe zweimal pro Stunde um volle 360 Grad dreht. Es ist das höchste Drehrestaurant in der Europäischen Union. Die darunter gelegene „Sphere Bar“ kann ebenfalls über zwei Hochgeschwindigkeitsaufzüge (6 Meter pro Sekunde) erreicht werden. Der Fernsehturm ist an 363 Tagen im Jahr jeweils von 10:00 bis 23:00 Uhr geöffnet.

 

Magnicity ist der Weltmarktführer für urbane Freizeitaktivitäten in luftiger Höhe und eines der wenigen Unternehmen weltweit, das sich auf die Verwaltung von Aussichtsobservatorien spezialisiert hat. Das Unternehmen betreibt die Aussichtsplattform Paris Montparnasse (Tour Montparnasse) in Paris, Frankreich, den Berliner Fernsehturm in Berlin, Deutschland, das 360 Chicago Observation Deck im ehemaligen John Hancock Center in Chicago, Illinois, den Euromast und den Zalmhaven Tower mit dem neuen Restaurant Celest in Rotterdam. 2025 hat zusätzlich der Varso Tower in Warschau eröffnet. Seit 2023 entwickelt Magnicity die Attraktion "Spiral Tower", die Teil der CSR-Strategie von Magnicity für einen verantwortungsbewussten Städtetourismus ist, der die Umwelt und die lokalen Gemeinschaften respektiert.

 

Der 1974 in Berlin geborene Unternehmer und Spitzenkoch Tim Raue begann mit 17 Jahren seine Ausbildung zum Koch und sammelte nach erfolgreichem Abschluss anschließend Erfahrungen in verschiedenen Berliner Restaurants. Mit nur 23 Jahren übernahm er zum ersten Mal die Position des Küchenchefs. 2003 dann die erste internationale Aufgabe: Als Executive Chef und Global Culinary Advisor im Swissôtel Berlin zeichnete er für die Küche des Restaurants 44 verantwortlich und unterstützte die kulinarischen Teams der Hotelgruppe weltweit mit seiner Expertise. 2008 übernahm Raue dann die Position des Kulinarischen Direktors und Corporate Executive Chefs bei der Adlon Holding GmbH. Nur fünf Monate nach der Eröffnung des Restaurants Ma Tim Raue erkochte er dort einen Michelin-Stern.

 

„Ich weiß, was Hunger ist“ und das Kochbuch „My Way“ – ist Tim Raue auch auf dem Bildschirm erfolgreich. So ist er der bisher einzige deutsche Küchenchef, dem eine eigene Folge der NETFLIX-Erfolgsserie „Chef’s Table“ gewidmet wurde. Darüber hinaus bespielt er das beliebte TV-Format „Kitchen Impossible“ mit Tim Mälzer regelmäßig als Gast und Herausforderer und ist in der Jury des SAT1-Erfolgsformats „The Taste“. Auf der Suche nach neuen Aromen, authentischen Geschmacksnoten und emotionalen kulinarischen Momenten ist Raue seit 2021 unter dem Titel „Herr Raue reist!“ mit MagentaTV weltweit unterwegs.

 

Foto: Metzgerei Dönninghaus (c) Dirk Schulz

www.candystormpr.de

Zuwachs auf vier Pfoten: Koelnmesse startet 2027 neues Messeangebot rund um das Thema Hund

Köln bekommt Zuwachs im Messekalender - und der hat vier Pfoten. Mit der spoga dog powered by ZZF startet Ende Januar 2027 erstmals eine eigene Fachmesse rund um den Hundebedarf. Vom 30. Januar bis 1. Februar 2027 wird Köln damit zum Treffpunkt für Hersteller, Händler und Marken, die Produkte für den beliebtesten tierischen Begleiter der Deutschen entwickeln.

 

Die neue Messe findet parallel zur spoga horse statt und ergänzt das bestehende Messeangebot der Koelnmesse. Unterstützt wird das neue Format vom ZZF - Zentralverband der Heimtierbranche, der seine Branchenexpertise einbringt und die spoga dog als Partner begleitet. Künftig soll die Messe alle zwei Jahre stattfinden.

 

Eigene Bühne für einen wachsenden Markt

Der Markt rund um den Hundebedarf boomt, nun bekommt er eine eigene Plattform. Mit der spoga dog reagiert die Koelnmesse auf eine Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet: Immer mehr Unternehmen bewegen sich im Premiumsegment rund um Zubehör, Ernährung, Pflege, Gesundheit sowie Sicherheit und Transport für Hunde. Gleichzeitig gibt es eine große Überschneidung zwischen Reit- und Hundeszene, denn viele Pferdehalter sind zugleich Hundebesitzer.

 

Genau hier setzt das neue Messeformat an. Während die spoga horse weiterhin in den Hallen 7 und 8 stattfindet, wird die spoga dog ab 2027 in Halle 6 ihre Heimat finden. Das sorgt für eine klare inhaltliche und räumliche Trennung, bündelt aber dennoch Synergien - dank kurzer Wege und der emotionalen Verbundenheit von Halterinnen und Haltern mit beiden Tierwelten.

 

Branchenplattform mit klarem Business-Fokus

Die spoga dog versteht sich als eigenständige Fachmesse. Ansprechen soll sie sowohl etablierte Hersteller als auch junge Unternehmen, die innovative Produkte für den Hundemarkt entwickeln. Von Futter und Pflege über Zubehör und Sicherheit bis hin zu Transportlösungen bildet das Format die gesamte Bandbreite des Hundebedarfs ab.

 

"Als Koelnmesse sind wir stark darin, Trends frühzeitig zu erkennen und dazu passende Plattformen aufzusetzen", sagt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH. "Mit der spoga dog greifen wir eine Entwicklung auf, die sich seit Jahren verstärkt: Die Schnittmenge zwischen Reitsportlern und Hundebegeisterten wächst stetig. Für diese Zielgruppe ist ein attraktives Premiumsegment entstanden - und genau für dieses schaffen wir nun erstmals eine eigene Messe."

 

Rückenwind aus der Branche

Aus der Heimtierbranche kommt positives Feedback auf das neue Format. So sieht der ZZF in der spoga dog eine wichtige Ergänzung im Messemarkt. "Mit der Kombination aus beiden Themenwelten wird eine B2B-Plattform geschaffen, bei der Fachhändler und Hersteller effizient erreicht werden: Huf und Pfote gehen damit ein neues Match ein", erklärt ZZF-Geschäftsführer Gordon Bonnet.

 

Dass der Bedarf für ein eigenständiges Format vorhanden ist, zeigt das große Interesse aus dem Markt: Nationale wie internationale Marken signalisieren bereits früh ihre Teilnahmebereitschaft. Auch bestehende Aussteller der spoga horse begrüßen die Erweiterung.

 

Startschuss 2027

Die Vorbereitungen für die Premiere laufen bereits. Die Anmeldephase für Aussteller startet in Kürze, weitere Details zum Konzept und Rahmenprogramm folgen in den kommenden Monaten.

 

Foto: Messe mit Wau-Effekt: Auf der spoga dog dreht sich alles um die Welt des Hundes. Von Ende Januar 2027 an wird Köln damit zum Treffpunkt für Händler, Marken und Herstellende, die Produkte für die besten Freunde des Menschen entwickeln

 

www.koelnmesse.de 

 

 

Neu in 2026: Was sich in Europa ändert

Im Jahr 2026 treten einige neue Regelungen in Kraft, die den Verbraucherschutz in Europa stärken und den Alltag vieler Menschen in Europa erleichtern sollen. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland gibt einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

2026 im Blick: Foto: Adobe Stock / OleCNX

 

Euro-Einführung in Bulgarien: Reisen und Bezahlen werden einfacher

Zum 1. Januar 2026 führt Bulgarien den Euro ein und wird damit das 21. Mitglied der Eurozone. Für Reisende bringt dies Vorteile: So ist kein Geldwechsel mehr notwendig, keine Gebühren für Fremdwährungstransaktionen, kein Risiko von Wechselkursschwankungen. Sei es vor Ort oder beim Onlineshopping – Preise können einfach verglichen werden.

Während einer einmonatigen Übergangsfrist kann noch mit Euro und Lew bezahlt werden. Ab 1. Februar 2026 ist der Lew kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. Alte Lew-Banknoten können ab 2026 nur noch in Bulgarien, u. a. bei Banken und Postämtern, umgetauscht werden. Weitere Informationen bietet das offizielle Informationsportal zur Einführung des Euro in Bulgarien.


Mehr Rechte bei der Reparatur von Elektrogeräten

Mit der EU-Richtlinie (EU) 2024/1799, die die EU-Mitgliedstaaten bis 31. Juli 2026 in nationales Recht umsetzen müssen, wird das Recht auf Reparatur von Elektrogeräten deutlich gestärkt. Ziel ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Reparaturen einfacher zugänglich zu machen.

Hersteller bestimmter Produktgruppen – darunter Smartphones, Tablets, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Staubsauger – müssen künftig auch nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistung Reparaturen anbieten. Die Kosten sind vom Käufer zu tragen, die Preise müssen jedoch fair, angemessen und transparent sein. Entscheidet sich ein Verbraucher innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist für die Reparatur statt für einen Austausch, sieht die Richtlinie vor, dass sich die Gewährleistungsfrist einmalig um zwölf Monate verlängert. Mehr zum Recht auf Reparatur.


Elektronischer Widerrufsbutton: Widerrufen wird so einfach wie bestellen

Deutschland führt 2026 den elektronischen Widerrufsbutton ein. Online-Händler müssen ihren Kundinnen und Kunden dann mit einem gut sichtbaren und leicht auffindbaren Button auf der Website die Möglichkeit bieten, den Kauf per Klick zu widerrufen.

Auch ausländische Händler müssen sich daran halten, wenn der Shop sich nachweislich an deutsche Verbraucher richtet, z. B. wenn die Webseite in deutscher Sprache ist, der Versand nach Deutschland erfolgt oder es eine .de-Domain gibt. Die gesetzliche Verpflichtung gilt ab 19. Juni 2026. Verbraucher sollten daher bei ausländischen Shops stets prüfen, ob diese Elemente vorhanden sind. Mehr zum Thema Widerrufsrecht.

 

Zu unterscheiden vom elektronischen Widerrufsbutton ist der Kündigungsbutton. Dieser betrifft die Kündigung von online abgeschlossenen Abonnements.


Neues EU-Gewährleistungs- und Garantielabel

Mehr Transparenz bei Produktinformationen ist das Ziel des einheitlichen EU-Gewährleistungslabels, zu dem Händler in der EU ab 27. September 2026 verpflichtet werden. Damit sollen Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Blick erkennen können, welche Rechte sie haben.

 

Das einheitliche EU-Label (hier ein EU-Dokument mit Entwurf eines Musters, PDF) muss Angaben zur zweijährigen Mindestgewährleistung enthalten, dazu den Hinweis, dass die nationale Gewährleistungsdauer in einigen EU-Ländern länger sein kann. Außerdem klare Informationen zu den Rechten bei Mängeln (Reparatur, Ersatz, Minderung, Rückerstattung) sowie einen QR-Code zu einer EU-Informationsseite über Gewährleistungsrechte und nationale Besonderheiten. Bei zusätzlich bestehenden Herstellergarantien kommt die Pflicht zu einem separaten Garantielabel hinzu. Mehr zum Thema gesetzliche Gewährleistung.


Neues Verbraucherkreditrecht: Mehr Schutz bei Kleinkrediten und „Buy Now, Pay Later“

Die neuen Regelungen der EU-Verbraucherkreditrichtlinie (EU) 2023/2225 sollen ab 20. November 2026 für neue Kreditverträge gelten, die Umsetzung in nationales Recht in Deutschland erfolgt zurzeit. Sie bringt wichtige Änderungen – besonders für digitale Kreditmodelle. Die neuen Regeln gelten etwa für Kleinkredite unter 200 Euro, kurzfristige zins- oder gebührenfreie Kredite sowie „Buy Now, Pay Later“-Angebote. So müssen Anbieter etwa Kosten und Bedingungen klar und verständlich darlegen. Weiter müssen sie die Kreditwürdigkeit sorgfältiger überprüfen. Werbung, die suggeriert, dass die Kreditaufnahme die eigene finanzielle Situation verbessere, soll eingeschränkt werden.Das Ziel: Überschuldung verhindern und Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor aggressiven oder intransparenten Angeboten schützen.

 

 

 

Die geopolitische Neuordnung der Welt - und was machen wir? 

Als heute die Sirenen zum deutschen Warntag angingen, musste ich mich sofort an die Rede von Frau Dr. Claudia Major gestern zum 30. Herner Forum erinnern.

 

Mit Frau Dr. Claudia Major hatte die Herner Sparkasse eine Politikwissenschaftlerin und renommierte und gefragte Expertin für Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Europa eingeladen.

 

Seit dem März 2025 ist Dr. Claudia Major Senior Vice President für Transatlantische Sicherheitsinitiativen im Exekutivteam des German Marshall Fund. Zuvor war Sie Forschungsgruppenleiterin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Da die Stiftung nicht nur den Bundestag und die Bundesregierung berät, sondern auch die EU und die NATO, macht sie diese Position zu einer der einflussreichsten Expertinnen auf ihrem Gebiet weltweit.

 

Unter dem Motto „Die geopolitische Neuordnung der Welt - welche Rolle spielen Deutschland und Europa?“ hielt sie den anwesenden Gästen den Spiegel vor.  Der russische Krieg gegen die Ukraine hat auf Nato- und EU-Gebiet übergegriffen. Die Lage wird gefährlicher. Sachlich sprach sie über die Chancen von Verhandlungen und deutsche Versäumnisse. Dabei sprach sie aber auch direkt alle Anwesenden an mit der Frage, haben sie alle schon ihre eigenen Hausaufgaben gemacht, wenn es einmal ernst wird?  Weiß ihre Familie zu welchem Schutzraum sie hingehen muss oder habt ihr genug Wasser im Keller, um ein paar Tage durchzuhalten?

 

Da wurde mir persönlich auch ein bisschen mulmig und im Kulturzentrum konnte man eine Stecknadel fallen hören, so still ist es auf einmal geworden. Aber sie entließ die Gäste nicht mit einem unguten Gefühl, sondern mit einer klaren Analyse und dem Hinweis, dass die Politiker aller EU-Länder an einer Lösung arbeiten. Denn Rückzug ist keine Option also runter von Couch und an unserer neuen geopolitischen Neuordnung der Welt mitarbeiten.

 

Danke, Frau Dr. Claudia Major für diesen sehr interessanten Vortrag.

 

/Cornelia Dahl-Jörgensen

 

Unsere Kinder verlernen, ordentlich zu sprechen, etwas auszudiskutieren oder einfach sprachlich zu kommunizieren 

KKH: Zunahme von Sprach- und Sprechstörungen bei Heranwachsenden alarmierend

Mutter oder Vater schiebt seinen Nachwuchs in der Sportkarre. Dabei Check der Nachrichten auf dem Mobiltelefon. Blickkontakt und Sprechen mit dem Kind: Fehlanzeige.

 

Szenenwechsel: Schulkinder schauen auf dem Pausenhof auf ihr Smartphone statt sich mit Gleichaltrigen auszutauschen.

 

Dies sind nur zwei typische Alltagssituationen, in denen virtuelle Kommunikation an die Stelle direkter Zwiegespräche tritt – mit möglichen Folgen für die Sprachentwicklung Heranwachsender. Und die scheint laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse immer häufiger aus dem Lot zu geraten. Demnach stieg der Anteil der Sechs- bis 18-Jährigen mit Sprach- und Sprechstörungen von 2008 auf 2023 um rund 77 Prozent. Bundesweit waren 8,6 Prozent der Heranwachsenden in 2023 betroffen, sprich etwa jedes 15. Mädchen und jeder zehnte Junge. Bei den Sechs- bis Zehnjährigen litt sogar rund jedes sechste Kind unter behandlungsbedürftigen Sprachdefiziten wie Problemen bei der Laut- und Satzbildung, begrenztem Vokabular oder auch Grammatikschwächen.

 

Für Vijitha Sanjivkumar vom Kompetenzteam Medizin der KKH sind das alarmierende Zahlen, denn: „Sprache ist der Grundpfeiler für die persönliche Entwicklung eines Menschen. Sie ist das Medium, in dem wir uns unterhalten, lesen und schreiben, denken und fühlen, rechnen und mittlerweile auch digital kommunizieren, zum Beispiel per Mail oder in sozialen Netzwerken. Sie ermöglicht nicht nur zu kommunizieren, sondern auch die Welt zu verstehen, Wissen zu erwerben und soziale Beziehungen zu knüpfen. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern von Beginn an gezielt die Sprachentwicklung ihres Kindes unterstützen.“ Das bedeutet: im Alltag kontinuierlich altersgerechte Sprachreize anzubieten – sei es in Form von Gesprächen, Geschichten vorlesen, gemeinsamem Singen oder auch Puppen- und Rollenspielen.  Die KKH bietet für versicherte Kinder mit phonetischen bzw. phonologischen Störungen zur Unterstützung einer logopädischen Therapie die Artikulations-App Neolexon an.

 

Aber wir Medien müssen uns auch einmal an die eigene Nase fassen. Diese Whatsup-Sprache und noch schlimmer, diese unsinnigen Abkürzungen, wie Tanke, Mucke, Friese, Schalte etc.  unterminieren nur den Grundwert unserer Sprache. Also, aufgepasst, wie wir uns präsentieren, damit die Kinder sich wieder richtig ausdrücken können. /Cornelia Dahl-Jörgensen

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